Kohle Protest

Mittwoch, 14. November 2012
Pressemitteilung der BI Stopp Staudinger

Hessen: E.on-Kohlekraftwerk Staudinger: Endgültiges Aus für Block 6

Die Hängepartie um den geplanten Steinkohleblock 6 auf dem E.ON-Kraftwerksgelände Staudinger hat ein Ende. E.ON legt die Pläne für den 1100 Megawatt-Meiler ad acta. Riesenfreude bei der BI Stopp Staudinger, die seit über 5 Jahren gegen das Bauvorhaben kämpft. „Wir sind überglücklich, dass der gigantische Koloss nicht vor unsere Haustüre gebaut wird. Kontinuierliches Bürgerengagement von unten zahlt sich endlich aus. Der kleine David hat den großen Goliath in die Knie gezwungen. Aus der gesamten Republik haben wir Glückwünsche erhalten. Jetzt können wir endlich die Sektkorken knallen lassen“, freut sich BI-Sprecher Winfried Schwab-Posselt.

Das Aus für Block 6 ist vor allem das Verdienst der Bürger, die kontinuierlich gegen den fossilen Dinosaurier zu Felde gezogen sind. Durch ihr unermüdliches Engagement hat die Bürgerinitiative  in enger Kooperation und Vernetzung mit Initiativen, Umweltverbänden und der Politik erreicht, dass sich der  Baubeginn des umstrittenen Projektes um  Jahre verschoben hat. „Unsere vielen Veranstaltungen in der gesamten Region, die großen Demonstrationen, häufigen Proteste und eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit haben dazu beigetragen, dass dieser Kohlosaurus auf keine Akzeptanz in der  Bevölkerung  stößt. Ohne unseren langen Atem wäre schon längst Richtfest am Standort Staudinger gefeiert worden.

Für die BI kam das Ende nicht überraschend, haben sich doch die energiewirtschaftlichen Koordinaten nach Auffassung von Schwab-Posselt in den beiden vergangenen Jahren gehörig verschoben. Wenig flexible Kohlekraftwerke sind unter den geänderten Marktbedingungen betriebswirtschaftlich nicht mehr rentabel zu betreiben. Als E.ON kürzlich bekannt gab, am Standort Staudinger 120 Arbeitsplätze abzubauen, war klar: Hier werden die Bagger nicht mehr anrollen, um dem riesigen Kohleblock den Weg zu bahnen.

Parallel zum Ende von Block 6 kündigt E.ON an, auch den Gasblock 4 dicht zu machen. Immer wieder hatte die BI Stopp Staudinger in ihren Statements gefordert, als Brückentechnologie hin zu den regenerativen Energien verstärkt auf den Energieträger Gas zu setzen. Vor dem Hintergrund der mit Gazprom neu ausgehandelten, günstigeren Lieferkonditionen macht ein Höherfahren des Gasblocks  nach BI-Meinung jetzt erst recht Sinn. „Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, so Schwab-Posselt“. „Der Energiemulti pokert um staatliche Subventionen für seine Gaskraftwerke, die er für die Bereitstellung als Notreserven profitabel bezahlt haben möchte. Dabei wird auch schon mal das Damoklesschwert der Stilllegung geschwungen.“


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